Kurz gesagt: Eine gute Praxisseite erzählt nicht „Wir über uns“, sondern führt Patientinnen und Patienten in wenigen Schritten von ihrer Frage zur Antwort und zum passenden nächsten Schritt. Dafür gibt es eine bewährte Reihenfolge, Inhalte für unterschiedliche Lesertypen und eine einfache Regel: keine Sackgassen.
Die 5 Grundsätze auf einen Blick
Jede Seite beantwortet eine Frage
Keine Sackgassen
Inhalte für verschiedene Lesertypen
Entlastung zählt auch
Ein runder Patientenweg
1. Jede Seite beantwortet eine Frage
Nicht: „Wir stellen uns vor.“
Sondern: „Sie haben diese Frage. Hier ist die Antwort, und so geht es weiter.“
Die Antwort steht oben, die Erklärung darunter. Wer nach dem ersten Bildschirm aufhört zu lesen, hat trotzdem das Wichtigste erfahren.
Diese Reihenfolge hat sich bewährt:
| Schritt | Frage der Patienten | Typischer Baustein |
|---|---|---|
| 1. Abholen | Bin ich hier richtig? | Banner mit Hauptüberschrift „Was in welchem Ort“ und einem klaren Satz |
| 2. Antworten | Wird mein Anliegen hier behandelt, und wie? | Einleitung, Kasten „Kurz beantwortet“, Ablauf |
| 3. Vertrauen | Wer behandelt mich? Kann ich mich darauf verlassen? | Team mit Foto und Fachbezeichnung, Mitgliedschaften |
| 4. Klären | Was kostet es? Brauche ich eine Überweisung? Was bringe ich mit? | Hinweis Kasse oder privat, häufige Fragen, Download |
| 5. Handeln | Wie geht es weiter? | Terminbox, Telefon, der Weg deiner Praxis |
Dazu kommt überall dort, wo es um Beschwerden geht, der Akut-Hinweis: 112, 116117 und deine Akutsprechstunde.
2. Inhalte für verschiedene Lesertypen
Nicht alle lesen gleich. Die einen wollen in zehn Sekunden die Telefonnummer, die anderen erst einmal verstehen, was auf sie zukommt.
| Typ | Was er braucht | Baustein auf deiner Website |
|---|---|---|
| Die Eiligen | Telefon, Zeiten, Termin, sofort | Termin-Button in der Kopfzeile, Öffnungszeiten, Schnelleinstiege |
| Die Gründlichen | Ablauf, Vorbereitung, Hintergründe | Behandlungsseite mit Ablauf, Gesundheitsratgeber, Downloads |
| Die Besorgten | Ruhe, ein Gesicht, das Gefühl, gut aufgehoben zu sein | Willkommen der Ärztin oder des Arztes mit Foto, ruhige Sprache; bei Scham-Themen die Unsicherheit offen ansprechen |
| Die Prüfenden | Fakten: Qualifikation, Kassenart, Zuständigkeit | genaue Fachbezeichnungen, Mitgliedschaften, Kasten „Kurz beantwortet“ |
Auch Nicht-Patienten lesen mit
Außerdem lesen Menschen mit, die nicht selbst Patient sind: Eltern und Angehörige, zuweisende Ärztinnen und Ärzte, Bewerberinnen. Jede dieser Gruppen braucht einen erkennbaren eigenen Weg.
3. Ein runder Patientenweg
Beispiel einer Hautarztpraxis
- Jemand sucht bei Google „Hautarzt Köln-Nippes neue Patienten“.
- Er landet auf der Startseite oder der Standortseite Nippes.
- Oben steht „Hautarztpraxis in Köln-Nippes“, direkt darunter: „Wir nehmen neue gesetzlich und privat versicherte Patientinnen und Patienten auf.“
- Er sieht, wer behandelt, und was er zum ersten Termin mitbringen soll.
- Er tippt auf „Termin online buchen (über Doctolib)“ oder ruft an.
Der Gegenweg
Der Aufnahme-Status steht nur im Fließtext von „Über uns“, und der Termin-Button führt ins Leere. Dann ruft der Patient an oder sucht weiter.
4. Keine Sackgassen
Jede Seite führt weiter:
- von jeder Behandlung zur behandelnden Ärztin bzw. zum behandelnden Arzt, zum Standort und zum Termin,
- von jedem Ärzteprofil zu den Schwerpunkten und zum Termin,
- von jedem Gesundheitsratgeber zur passenden Behandlung,
- von jeder Seite zum Akut-Hinweis.
Diese Verbindungen entstehen in deiner Website über Kategorien: Kategorien: Inhalte automatisch verknüpfen
5. Entlastung zählt auch
Eine Seite hat ihr Ziel auch dann erreicht, wenn jemand die Antwort findet und nicht anrufen muss. Frag dein Team am Empfang nach den zehn häufigsten Anrufgründen. Jeder davon bekommt einen festen Platz auf der Website: als häufige Frage, als Schnelleinstieg oder als eigener Abschnitt.
Gut zu wissen
- Reihenfolge ändern: In jeder Seite verschiebst du Sektionen über „Zum Sortieren ziehen“ und blendest sie über das Auge-Symbol ein oder aus: Seiten erstellen und bearbeiten
- Weniger ist mehr: Bausteine, die für deine Praxis keine Aufgabe haben, blendest du aus, statt sie mit allgemeinen Texten zu füllen: Leere Sektionen blenden sich selbst aus
- Jede Seite steht für sich: Viele kommen über Google direkt auf eine Behandlungs- oder Standortseite, nicht über die Startseite. Auch dort muss alles Wichtige zu finden sein.
- Erst am Handy prüfen: Ein Absatz, der am Computer drei Zeilen hat, ist am Handy zehn Zeilen lang. Geh jede neue Seite einmal am Handy durch.