Kurz gesagt: Jede Seite deiner Website endet mit einem klaren nächsten Schritt, der zum Anliegen passt: Termin online buchen, anrufen, ein Formular herunterladen, den Rezeptweg nutzen oder bei akuten Beschwerden 116117 wählen. Ein allgemeines „Jetzt anfragen“ ist bei Praxen fast nie der richtige Schritt. Und wenn deine Termine knapp sind, steuert die Website ehrlich, statt noch mehr Anfragen zu erzeugen.
Warum nicht jede Seite mit einem Formular enden sollte
Patientinnen und Patienten wollen keinen „Kontakt aufnehmen“, sie wollen ein Problem lösen: einen Termin, ein Rezept, eine Antwort. Ein Kontaktformular als einziger Weg erzeugt Nachrichten, die dein Team später doch am Telefon klären muss. Der richtige nächste Schritt spart beiden Seiten Zeit.
Welcher Schritt zu welchem Anliegen passt
| Anliegen | Hauptschritt | Höchstens ein zweiter Schritt |
|---|---|---|
| Neu in der Praxis, planbarer Termin | Online-Termin, sonst Telefon mit Telefonzeiten | Infos für neue Patienten, Anamnesebogen |
| Bereits in Behandlung, Folgetermin | Online-Termin oder Telefon | – |
| Rezept, Überweisung, Bescheinigung | der Weg, den deine Praxis vorsieht (Online-Rezeption, App, Telefon) | Abholzeiten, Hinweis zum E-Rezept |
| Akute Beschwerden während der Sprechzeit | Anruf bzw. Akutsprechstunde | – |
| Akute Beschwerden außerhalb der Sprechzeit | 116117, bei Lebensgefahr 112 | nächste Notaufnahme oder Notdienstpraxis |
| Information zu einer Behandlung oder zu Kosten | die Antwort auf der Seite, dann Termin | häufige Fragen, Download |
| Selbstzahler- oder Privatleistung | Beratungstermin | Hinweis zur Abrechnung |
| Zuweisende Ärztin oder zuweisender Arzt | Kontaktweg für Zuweiser (Telefon, Fax, Befundweg) | Überblick über die Behandlungen |
| Bewerbung | Stellenanzeige, dann kurze Bewerbung | Infos zur Praxis als Arbeitgeber |
| Allgemeine Frage | Telefon oder schlankes Kontaktformular | häufige Fragen |
Button-Texte: die Handlung nennen
Die Faustregel: Ein Button sagt, was passiert, wenn man darauf tippt. Druck, Lockwörter und Verkaufssprache passen nicht zu einer Praxis und sind oft auch berufsrechtlich problematisch.
| So nicht | So besser |
|---|---|
| „Jetzt unverbindlich anfragen“ | „Termin vereinbaren“ |
| „Sichern Sie sich Ihren Termin!“ | „Termin online buchen (über Doctolib)“ |
| „Kostenloses Erstgespräch sichern“ | „Beratungstermin vereinbaren“ |
| „Mehr erfahren“ als einziger Button | „Ablauf der Darmspiegelung lesen“ |
| „Hier klicken“ | „Anamnesebogen herunterladen (PDF)“ |
| „Kontakt“ auf der Rezeptseite | „Rezept anfragen“ |
| „Wir melden uns innerhalb von 24 Stunden“ | nur, wenn dein Team das wirklich immer schafft |
Nennst du einen externen Anbieter, schreib ihn dazu, damit Patienten wissen, wohin sie weitergeleitet werden. Neben jeder Online-Buchung steht gleichwertig die Telefonnummer mit Telefonzeiten.
Wo der nächste Schritt hingehört
- Oben: Der Termin-Button steht im Banner und in der Kopfzeile, am Handy ohne Scrollen erreichbar.
- Nach der Antwort: Auf längeren Seiten folgt der Schritt dort, wo die wichtigste Frage beantwortet ist, zum Beispiel nach dem Ablauf.
- Am Ende: Terminbox oder Telefon.
- Immer derselbe Weg: Alle Termin-Buttons führen auf dasselbe Ziel: Termin-Button und Online-Terminbuchung: Link ändern
- Nicht direkt über dem Formular: Ein Button, der zum Formular weiter unten springt, ist direkt darüber oder darunter überflüssig.
Kapazität ehrlich steuern
Viele Praxen haben mehr Nachfrage als Termine, zum Beispiel in der Kinder- und Jugendmedizin, der Psychotherapie, der Dermatologie oder in Therapiepraxen. Dann ist „Termin buchen“ nicht für alle der richtige Schritt. Die Website hilft trotzdem, wenn sie ehrlich sagt, was geht:
Aufnahme-Status sichtbar machen
„Wir nehmen derzeit keine neuen Patientinnen und Patienten auf (Stand: März 2027).“ Mit Datum, wenn er befristet ist: Aufnahme-Status für neue Patienten anzeigen
Alternativen nennen
Warteliste, wenn es eine gibt, oder der Hinweis auf den Patientenservice 116117, der bei der Suche nach einer Praxis hilft.
Bestehende Patienten nicht verlieren
Für sie bleiben Folgetermin, Rezept und Akutweg gut sichtbar.
Keine zusätzliche Nachfrage erzeugen
Keine Aktionen und keine Werbung für Leistungen, für die es keine Termine gibt.
Gut zu wissen
- Ein Hauptschritt je Seite: Zwei gleich große Buttons nebeneinander sind in Ordnung, wenn es zwei gleichwertige Wege sind (online buchen oder anrufen). Fünf Buttons sind zu viel.
- Akut-Hinweis neben dem Terminweg: Auf Seiten zu Beschwerden gehört neben den Termin immer der Hinweis, was bei akuten Beschwerden zu tun ist: Notfall- und Akut-Hinweise pflegen (112, 116117, Notdienst)
- Mehrere Standorte: Hier darf der Ort in den Button, zum Beispiel „Termin in Porz vereinbaren“, wenn jeder Standort einen eigenen Terminweg hat.
- Entlastung ist auch ein Erfolg: Findet jemand die Antwort auf der Seite und muss nicht anrufen, hat die Seite ihr Ziel erreicht, auch ohne Klick auf einen Button.