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Behandlungen & Patienteninfos

Texte für Patienten: verständlich, ruhig, ohne Floskeln

Erklärung

Kurz gesagt: Patientinnen und Patienten lesen deine Website oft besorgt, in Eile und auf dem Handy.

Kurz gesagt: Patientinnen und Patienten lesen deine Website oft besorgt, in Eile und auf dem Handy. Gute Praxistexte beantworten zuerst die Frage, erklären Fachbegriffe und sagen, wie es weitergeht. Vertrauen entsteht durch konkrete Angaben, nicht durch Floskeln.

Die Formel: was, für wen, wie weiter

Jeder Text und jeder Abschnitt beantwortet drei Dinge:

Was
bietest du an, in Patientensprache?

Für wen
ist es gedacht: Situation, Alter, Versicherung, Voraussetzung?

Wie geht es weiter
Termin, Vorbereitung, Kosten, wer behandelt?

Ein Beispiel für einen Behandlungsteaser:

Schwach
„Unsere moderne Allergiediagnostik bietet Ihnen umfassende Sicherheit.“

Gut
„Allergietest bei Heuschnupfen, Hautausschlag oder Unverträglichkeiten. Für Kinder ab 4 Jahren und Erwachsene, Kassenleistung. Termin online oder telefonisch. Manche Medikamente setzen Sie vorher ab, wir sagen Ihnen, wie lange.“

Alle Angaben im guten Beispiel kommen von der Praxis. Was deine Praxis nicht sicher sagen kann, schreibst du nicht.

So sprechen wir

StattBesser
Kunde, Klient (außer deine Praxis nutzt „Klientin“ bewusst)Patientin, Patient; Eltern; Angehörige
Anfrage, unverbindliche AnfrageTerminvereinbarung, Terminanfrage, Rückrufbitte
Produkt, Paket, AngebotBehandlung, Untersuchung, Vorsorge, Beratung
LeistungsspektrumWas wir behandeln, Behandlungsschwerpunkte
Service-HotlineTelefon der Praxis, Telefonzeiten
Experte, Spezialistdie genaue Fachbezeichnung, zum Beispiel „Fachärztin für Dermatologie“
Kassenpatientgesetzlich versicherte Patientinnen und Patienten
IGeLSelbstzahlerleistung (Individuelle Gesundheitsleistung, IGeL)

Anrede
Patienten sprichst du mit „Sie“ an, die Praxis spricht als „wir“. Die Ich-Form passt nur, wenn die Ärztin oder der Arzt das ausdrücklich möchte.

Gendern
Die Paarform, wo sie natürlich klingt („Ärztinnen und Ärzte“), sonst neutral („Ihr Praxisteam“). Hat deine Praxis eine eigene Schreibweise, gilt diese.

Floskeln und Werbesprache vermeiden

VermeidenWarumStattdessen
„modernste Behandlung“, „neueste Technik“unbelegter Superlativ, berufsrechtlich anpreisendkonkret und belegt: was das Verfahren für Patienten bedeutet
„schmerzfrei“, „sanft“, „risikolos“Versprechen, das niemand garantieren kann„Wir besprechen vorher, wie wir Schmerzen so gering wie möglich halten.“
„Ihre Gesundheit liegt uns am Herzen“, „in den besten Händen“austauschbar, kein Inhalteine konkrete Angabe, zum Beispiel wie viel Zeit ihr euch für das Erstgespräch nehmt
„Leiden Sie unter Rückenschmerzen?“rhetorische Werbefrageeine Aussage: „Bei Rückenschmerzen klären wir zuerst die Ursache.“
„Jetzt unverbindlich anfragen!“Verkaufssprache„Termin vereinbaren“, „Praxis anrufen“
„über 10.000 zufriedene Patienten“nicht belegtnur Angaben, die deine Praxis belegen kann
„ganzheitlich“unklar, klingt oft nach Heilversprechenkonkret sagen, was angeboten wird

Echte Patientenfragen sind erwünscht: als Zwischenüberschrift mit direkter Antwort darunter, zum Beispiel „Brauche ich eine Überweisung?“. Das ist keine Werbefrage, sondern Orientierung, und hilft bei Google.

Fachbegriffe erklären

  • Das Alltagswort zuerst, den Fachbegriff in Klammern: „Darmspiegelung (Koloskopie)“, „Ultraschall (Sonografie)“.
  • Kurz erklären, in einem Halbsatz: „die Lungenfunktion, also wie viel Luft Sie ein- und ausatmen können“.
  • Abkürzungen beim ersten Mal ausschreiben: gesetzliche Krankenversicherung (GKV), Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ).
  • Nicht verflachen: Wo es auf Genauigkeit ankommt, etwa bei Vorbereitung oder Medikamenten, ist eine präzise Liste besser als eine weiche Umschreibung.

Kurz, klar, für das Handy

  • Antwort zuerst, Erklärung danach. Der erste Satz eines Abschnitts beantwortet die Frage.
  • Kurze Absätze mit zwei bis vier Sätzen. Was am Computer drei Zeilen hat, wird auf dem Handy schnell zum langen Block.
  • Listen für Schritte, Mitbringlisten und Voraussetzungen.
  • Ein Gedanke pro Satz, aktive Verben.
  • Einheitliche Angaben: Uhrzeiten immer gleich („Mo–Fr 8:00–12:00 Uhr“), Telefonnummern immer gleich und antippbar.
  • Sprechende Links: „Anamnesebogen herunterladen (PDF)“ statt „hier klicken“.
  • Gleiche Information, gleicher Wortlaut: Öffnungszeiten, Aufnahme-Status und Kassenart stehen überall gleich und werden möglichst an einer Stelle gepflegt.

Vor dem Veröffentlichen: Prüfwörter

Such deinen Text nach diesen Wörtern ab. Nicht jeder Treffer ist falsch, aber jeder braucht einen guten Grund:

  • Kunde, Lead, unverbindlich, Produkt, Leistungsspektrum
  • modernste, neueste, beste, führend, einzigartig, Nr. 1
  • garantiert, sicher (im Sinne von Erfolg), schmerzfrei, sanft, risikolos, heilt, dauerhaft
  • liegt uns am Herzen, in den besten Händen, Wohlfühl, ganzheitlich
  • Experte, Spezialist, Klinik, Institut, Zentrum
  • kostenlos, gratis, Gutschein, Rabatt, Aktion
  • Ausrufezeichen in Überschriften

Was rechtlich hinter diesen Wörtern steckt: Typische Werbefallen auf Praxisseiten

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